1. August  – 19. September 2010

KLANGBURG10   -    EXTENSIONS

Klangkunstausstellung

Eröffnung:  Sonntag, 1. August 2010,  14:30 Uhr,  Kunsträume Burg Eisenhardt

Pierre Berthet (B): “Extended Loudspeakers”
Alvin Lucier (USA):  “Music on a Long Thin Wire” (Realisierung: Hauke Harder)
Stefan Rummel (D): “Ländliche Arbeit”

Künstlerische Leitung: Carsten Seiffarth

Reihe:  T r a n s i t i o n s   2 0 1 0

Im Zentrum der KlangBurg steht die Entwicklung, Ausstellung und Vermittlung von ausgewählten Klangkunst-Arbeiten: Raum für Präsentationen, Experimente und Forschungen vor Ort im Land Brandenburg. Klangkunst ist hochaktuelle Kunst. Zwischen “Bildender Kunst” und “Musik” angesiedelt, lassen sich ihre Konzepte weder mit dem einen, noch mit dem anderen Begriff allein erklären. Zentral ist der Klangkunst die Arbeit mit dem Medium Klang im Raum. Die Protagonisten der Klangkunst und ihre künstlerischen Ausdrucksformen (Installationen, Skulpturen, Objekte) überschreiten dabei immer aufs Neue die Grenzen traditioneller Kunstformen.

Zur KlangBurg wird jährlich mindestens eine Residenz für einen Monat mit Unterkunft auf der Burg Eisenhardt für nationale und internationale KlangkünstlerInnen eingerichtet. Dabei sollen neue künstlerische Projekte in Bad Belzig entwickelt und realisiert werden. Im Anschluss an den Arbeitsaufenthalt werden die Ergebnisse in den Kunsträumen der Burg Eisenhardt in einer Ausstellung mit weiteren inhaltlich korrespondierenden Arbeiten präsentiert.

Das Klangkunstprojekt KlangBurg wird kuratiert von Carsten Seiffarth. Unter einem inhaltlichen Thema schlägt er jährlich zwei bis drei Klangkünstler vor: immer aus verschiedenen Ländern, möglichst aus unterschiedlichen Generationen. Der Kooperationspartner, die singuhr – hoergalerie aus Berlin, gibt seit 1996, inzwischen national und international hochbeachtet, einem künstlerischen Arbeiten Raum, das Klanginstallationen und Klangskulpturen als Dialoge mit bestimmten Orten versteht.

Nach dem ersten Residenz- und Ausstellungsprojekt, KlangBurg09 „APPARATUREN“, stehen Im Mittelpunkt der zweiten geplanten Ausstellung zur KlangBurg10 in 2010 künstlerische Positionen, in deren Zentrum sogenannte „EXTENSIONS“, also Verlängerungen z.B. mit Saiten oder anderen Materialien, stehen. Dieses Feld in der Klangkunst leitet sich u.a. von der Tradition der Lange-Saiten-Installationen ab, die seit Anfang der 1970er Jahre von Künstlern wie Terry Fox, Paul Panhuysen, Ellen Fullmann oder Gordon Monahan geschaffen wurden, und die später von anderen  Künstlern auch mit Lautsprechern und Objekten zum Klangtransfer gekoppelt wurden.

Für die Ausstellung wurden drei Künstler ausgewählt, die unterschiedliche Positionen in dem Feld besetzen. Während Pierre Berthet aus Liège in Belgien von der Musik und Performance kommt, ist Stefan Rummel aus Berlin Bildender Künstler per excellence, der u.a. mit dem Material „Klang“ arbeitet. Pierre Berthet präsentiert erstmals in Brandenburg seine „Extended Loudspeakers“, membranfreie Lautsprecher, deren Klänge erst in weiter entfernten metallenen Resonanzkörpern erklingen, da diese über Metallsaiten mit den Lautsprechern verbunden sind. Stefan Rummel verbrachte 2 Wochen als Residenzkünstler in Bad Belzig, wo er sein Klangmaterial in der Umgebung der Burg Eisenhardt sammelte, und dann in den Räumen der Burg installiert hat. Die von Hauke Harder realisierte Installation des amerikanischen Komponisten und Klangkünstlers Alvin Lucier besteht aus einer einzigen langen Klaviersaite, die mit einem Sinusgenerator und einem Hufeisenmagneten zum Klingen gebracht wird. Lucier fokussiert seine Werke immer wieder auf physikalische Phänomene, deren ästhetische Qualitäten er „untersucht“.

Die drei „extended“ Installationen öffnen den Raum, interpretieren ihn und schaffen Verbindungen; fordern und nehmen die Besucher mit auf eine Reise der Transformationen.

Download als PDF:  Pressefotos_Klangburg

Ort: Kunsträume Burg Eisenhardt
14806 Belzig, Wittenberger Str. 14
Mi-Fr 11-17 Sa/So 11-18 Uhr

Ein Projekt von Kunstpflug e.V.  in Zusammenarbeit mit singuhr – hoergalerie, Berlin.

Organisation: Susken Rosenthal

Die Ausstellung wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und das Kulturamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam und das Elektronische Studio der TU Berlin, Fachgebiet Audiokommunikation.